Reit-, Fahr- und Zuchtverein Babenhausen

Unser Verein

50 Jahre Reit- und Fahrverein Babenhausen
Im Jahre 2006 feiert unser Verein sein 50-jähriges Jubiläum

Ein Überblick
von Hans Jochemko verfasst zum 40-jährigen Jubiläum

Zum Geleit

Menschen und Pferde verbindet seit Jahrtausenden ein Zustand des gegenseitigen Nutzens. Spätestens aus den Höhlenmalereien der jüngeren Steinzeit, die vor 15.ooo bis 2o.ooo Jahren entstanden sein sollen, wissen wir um dieses Verhältnis des Miteinanders.

In mehr als 6o Millionen Jahren entwickelte sich das Pferd vom kleinen Urwaldbewohner über die Züchtungen von etwa 15o Rassen zum unentbehrlichen Begleiter des Menschen in allen Teilen der Erde. Als Nahrungsquelle lieferte es Fleisch und Milch, seine Haut ließ sich zur Kleidung verarbeiten und beim Erstellen von Behausungen verwenden.

Die durch die Lebensumstände erzwungene Seßhaftigkeit der Erd­bewohner wandelte sich mit Hilfe des Pferdes zur größeren Mobilität. Völkerwanderungen und Landnahmen, aber auch Eroberungen und Kriege wären ohne die Beteiligung von Rössern kaum möglich gewesen. Die Ritterzeit als geschichtliche Erpoche hätte es nie gegeben, und auch die Kreuzzüge als Befreiungsaktionen im Morgenland wären unterblieben.

Schon frühzeitig erkannte man auch, daß sich die menschliche Arbeitskraft durch Pferdekraft ersetzen läßt. Diese findet auch heute noch in Landwirtschaft, Transport und Industrie ihre Beschäftigung. In diesen Bereichen bewähren sich Pferde als Zug-und Lasttiere. Diese Qualitäten wurden über Jahrhunderte hin auch im Militärwesen genutzt.
Je öfter dann Motore die Vierbeiner aus den wirtschaftlichen Unternehmungen verdrängten, desto mehr gelangten sie in die Rolle des Sport- und Freizeitpartners der Menschen. Bei Kutschfahrten, beim Geländeritt, in der Dressur und im Springen gewannen sie neue Betätigungsfelder. Diesen Wandel im Verhältnis zwischen Mensch und Tier erkannten auch die Gründungsväter unseres Vereins. Sie engagierten sich in einem sportlichen Bereich,der noch nicht überall Zustimmung fand, um vor allem der Jugend neue Perspektiven zu eröffnen. Aus gleichen Motiven versucht der Reitverein Babenhausen auch im 4. Jahrzehnt seines Bestehens die Tradition der “Männer der ersten Stunde” fortzusetzen und mit neuen Ideen weiterzuentwickeln. Dies geschieht zwar mit veränderten Mitteln, aber in gleicher idealistischer Gesinnung. Mögen sich auch künftig Pferdefreunde finden, die dem Verein in selbstloser Weise zu dienen bereit sind, indem sie seine Anlage erhalten und immer mit sportlichen Aktivitäten beleben.

Pferdefreunde begründeten eine Reitergemeinschaft

Die Idee, in Babenhausen einen Reitverein zu gründen trugen die Reiterfreunde , Josef Rogg sen. und Eduard Schöberle schon eine geraume Zeit in ihren Köpfen, als sie Dr. Franz Binder von ihrem Vorhaben begeisterten, und am 05. März 1956 ins Bräustüble eine Interessentenversammlung ein­beriefen. Enthusiasten folgten ihrem Ruf. Schon am 12. Septem-ber des gleichen Jahres schritt man zur Tat. Die Gründungsmitglieder Dr.Franz Binder, Josef Rogg sen., Eduard Schöberle, Hans Stölzle, Dr. Keckeisen, Andreas Käßmeyer, Franz Winter und Erich Lang, unterstützt von weiteren Reiterfreunden,hoben den Verein aus der Taufe.

 Die Vorstandschaft setzte sich aus dem 1. Vorsitzenden Dr. Franz Binder, dem 2. Vorsitzenden Erich Lang, dem Schatzmeister Wilmar Hoffmann und den Beisitzern Dr. Keckeisen und Andreas Käsmayer zusammen. Als Reitlehrer fungierten Hans Stölzle und Eduard Schöberle.Schon 1957 erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister.

Das Bestreben der Verantwortlichen richtete sich von Anfang an darauf, möglichst rasch einen, wenn auch bescheidenen – Reitbetrieb zu organisieren. Josef Rogg stellte selbstlos sein Pferd Sturm zur Verfügung und erteilte im privaten Obstgarten auch den ersten Reitunterricht. Mit “Herold” stand ihnen das erste Vereinspferd und mit der Rottaler Zuchtstute Regina das zweite, zur Verfügung. Erweitert wurde der Schulbetrieb später durch Privatpferde wie Diana, Elgo, Dajos, Wienerblut und anderen. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, ließ man Heinz Escher und Ferdinand Polzer 1959 in Ansbach zu Reitwarten ausbilden.

Als Stall diente in dieser Zeit der frühere Hengststall beim Gasthaus Adler und später die Stallungen des Hr. Hansch in Klosterbeuren. Später wurde mit dem Kauf einer Halle und dem damit folgenden Ausbau auf dem Heckel´schen Gelände ein festes Standbein für den Reitverein geschaffen.

Von der Babenhausener Vorstandschaft initiert, gründeten die Vereine Altusried, Babenhausen Illertissen, Legau, Memmingen und Obergünzburg den Schwäbischen Reiterverband im Jahre 1959.

Gewürzt wurde die Reitausbildung durch besondere reiterliche Veranstaltungen. Dies waren jährliche Sternritte nach Waldreichenbach am Kirchweihsonntag, die Leonhardiritte in Babenhausen, Festzüge, Nikolausritte und ab 1958 bereits Fuchsjagden in Babenhausen und Osterberg.

Auch gesellige Veranstaltungen hatten einen beachtlichen Stellenwert,so die schönen Reiterbälle, Ausritte und Feste aller Arten.

Mit dem Beitritt zum Bayerischen Landessportverband im Jahre 1963 brachte sich der Babenhausener Reitverein in die große Sportlerfamilie ein..

Vom Grasgarten zum Reiterstadion

Was vor vier Jahrzehnten in einem Obstgarten begann und sich in im Fußballstadion des Marktes fortsetzte, übergangsweise auch auf bäuerlichem Privatgrund stattfand, etablierte sich endgültig auf dem Heckelschen Gelände an der Klosterbeuerer Straße:

Eine Reiterarena in Babenhausen.

Es lag an der Struktur des Vereins daß die Ausbaumaßnahmen mit Blick auf eine moderne Reitanlage bei den Freiplätzen begann. Zunächst begnügte man sich 1974 mit einem kleinen Sandplatz bei der damals noch kleinen Halle. Drei Jahre später wurde eine Koppel zum Springgarten.

Die erste größere Erweiterung ermöglichte 1984 eine Zupachtung von Geländeflächen aus Heckelschem Bestand.Ein neues Dressurviereck in den Maßen 2o x 6o m war die nächste Errungenschaft. Zur Komplettierung kam noch ein Sprecherhäuschen dazu.

Den Aushub der Dressuranlage setzte man zur Verbesserung der Bodenverhältniss auf dem im Süden entstehenden Turniergelände mit Fahrplatz ein. Als nötige Zubauten errichtete man zeitgleich den Richterturm und später ein Videoaufnahmehäuschen.

1986 begann der Ausbau der Tribüne. Nahezu als Abfallprodukt fiel dabei in ihrem unteren Bereich eine jagerstätte für Ständer und Standen ab. Schon bald mußte diese neue Errungenschaft um ein Joch erweitert werden. Für hochkarätige Besucher entstand im Nachbarbereich eine besondere Gästetribüne. Eine große Hoffnung ging in Erfüllung, als Gemeinde und Verein mit dem Anlegen eines Allwetterplatzes begannen. Seit 1991 steht er den Reitern des Vereins zur Verfügung.
Auf Drängen von interessierten Mitgliedern legten Unentwegte im Umfeld der Reitanlage auch eine Geländestrecke an. Um eine gewisse Unabhängigkeit zu erreichen, kaufte der Vorstand aus bäuerlichem Besitz Wiesenteilflächen an. Somit waren Vielseitigkeitsprüfungen ab 1991 wieder gewährleistet.

Ein großer Abreiteplatz, weiträumige Parkplätze und eine Stallzeltwiese, für die der Grund ebenfalls erworben werden konnte, runden heute das gesamte Areal zu einem echten Reiterstadion ab. Sein wahres Ausmaß wird erst sichtbar, wenn das 1993 installierte Flutlicht die Anlage erhellt.

Wer viel für die Reiter tut, weiß auch um die Verantwortung für die Tiere. Der erste Stall wurde an das noch heute bestehende Reiterstüble gebaut. Dieses gesamte Gebäude war nach dem Kauf und Umbau der Halle der erste Bau. 1976 entstand der offene Boxenstall. Ein bescheidenes Futterlager schloß sich an. Im Gefolge des Hallenbaus 1979 entschloß man sich, gleich auch einen Großstall anzugliedern. Er umfaßte Boxen und Stellplätze. Da sich die Anzahl der unterzustellenden Pferde ständig mehrte, mußte man auch den Fahrstall in Boxen aufteilen. 1992 erzwang der Hallenbrand einen Neubau des Hauptstalles. Wenig später sanierte man auch die Absperrungen. Als letzte Maßnahme zur weiteren Pferde­unterbringung errichteten Vereinsmitglieder noch ein seperates Gebäude mit 6 Ein­stellmöglichkeiten.

Um für Schlechtwetterperioden und die Winterzeit gerüstet zu sein. strebt jeder Reitverein nach einer Halle. Dies war auch in Babenhausen so. Die erste Einrichtung dieser Art bestand aus einer bescheidenen, ehemaligen Fabrikhalle, an der Klosterbeurer Straße, die schon 1957 um 3.5oo DM erstanden wurde. 1975 wollte man ihre Funktionfähigkeit verbessern und trieb das Dach um ein gewisses Maß in die Höhe. Auf Dauer aber konnte diese Einfachhalle den Ansprüchen nicht genügen. So entschlossen sich die Verantwortlichen zu einem Neubau. Den dabei beteiligten Akteuren ist noch heute bewußt, auf welch waghalsiges Abenteuer sie sich damals eingelassen haben. 1978 konnte das geschaffene Werk bezogen werden. Später er­hielt es auch noch drei Tribünen: die niederstufige im Bandenbe­reich und die beiden anderen im Hochbereich an den Längsseiten.

Ein tragisches Ereignis, über das später noch im Deteil zu be­richten sein wird, erzwang einen teilweisen Wiederaufbau. Dabei wurde das Futterlager über dem Stall aufgelassen und zusätzlich eine Pferdepflegerwohnung errichtet. Als bisher letzte Maßnahme im Hallenbereich besorgten vereinseigene Fachleute eine gründliche Dachsanierung.

Zum wichtigsten Bestandteil der Gesamtanlage gehören mit Sicher­heit die Einrichtungen des Sozialbereiches: Reiterstüble, Cafe­teria und Küche. Ursprünglich diente das Reiterstüble allein der geselligen Begegnung. Bald aber reichten seine Räumlichkeiten nicht mehr aus, und so entschloß man sich zum Bau der Cafeteria. 1981 als überdachter Freiplatz erstellt, und 1984 auf der Süd-front verglast, ist sie heute aus dem Vereinsgeschehen nicht wegzudenken. Ihr Zustand wurde ständig verbessert. Eine Heizung installierte~Biber und seine Helfer. Den Bretterboden stifteten die ,,Flotten Jungs”, eine Sponsorengemeinschaft des Vereins. Damit in dieser wichtigen Errungenschaft auch die Bewirtung und Verköstigung möglich wurde, mußte auch eine Küche mit den entsprechenden Nebenräumen her. Was zunächst Garage, dann Wagenremise, Schmiede und Werkstatt war, wurde zur zentralen Verpflegungsstelle umgestaltet. Heute wirkt Frieda mit ihren Team in diesem Bereich und versteht es meisterlich, ihre hungrigen Gäste zufriedenzustellen. Für besondere Anlässe vervollständigen VIP-Raum und Grillecke die gastronomischen Einrichtungen. Um die zugehörigen sanitären Anlagen kümmert man sich mit ständigen Verbesserungen. Heute erfüllen sie mit ordentlichen WCs und zweckmäßigen Duschkabinen die üblichen Anforderungen.

Man würde die Einrichtungen der Reitanlage nur ungenügeng beschreiben, wenn man die Einbauten für Ver- und Entsorgung nicht erwähnen würde. Rohre und Schächte zur Abwasserbeseitigung und Strom- und Telefonkabel liegen versteckt im Boden. Ein kompliziertes Bewässerungssystem schützt vor Staub und Trockenheit. In einem eigenen Technikraum, der einem Studio nicht nachsteht, sorgt Charly für den guten Ton. Alle Sparten der Beschallung sind dort konzentriert und bei ihm in guten Händen.

Aus der Kategorie des Besonderen seien noch ein Büroraum und die Pressestelle vermerkt. Eine Einfriedung mit absperrbaren Toren hält den größten Teil der Reitanlage zusammen.

Rückschläge galt es zu verkraften

Zum Jahresende 1991 erfuhren die Anstrengen von Vorstand und Mitgliedern, die Reitanlage Zug um Zug zu modernisieren, einen bitteren Rückschlag. Während eines Reitkurses von Roland Fischer stand die Reithalle urplötzlich in Rauch und Flammen. Ein Brand, der im Futterlager ausgebrochen war, vernichtete in kurzer Zeit einen Großteil der Halle und den angrenzenden Stall. Die zahlreichen Pferde, die sich gerade auf der Anlage aufhielten, konnten für einige Zeit von beherzten Helfern gebändigt werden, brachen dann aber doch in Panik aus.Sie flüchteten in alle Himmelsrichtungen und konnten nur mühsam wieder eingefangen werden. Zwei Tiere hatten sich so schwer verletzt, daß sie eingeschläfert werden mußten.

Der Schock, den das Brandunglück ausgelöst hatte, hielt aber nicht lange an. Trotz der Feiertage um die Jahreswende fanden sich sich Mitglieder und Reiterfreunde zu einer Solidargemeinschaft zusammen und halfen, den eingetretenen Schaden wieder zu beheben. In der Rekordzeit von drei Wochen waren die notwendigsten Arbeiten getan. Der Reitbetrieb konnte wieder aufgenommen aufgenommen werden, und bald standen auch die Pferde wieder in ihren neuen Boxen. Da man aus der Not eine Tugend gemacht hatte, blieben auch die Instandsetzungskosten in überschaubaren Grenzen. Eine verschworene Gemeinschaft läßt sich eben nicht unterkriegen!

Sponsoren unterstützten Pläne und Vorhaben

Ohne den Idealismus von Mitgliedern und Freunden des Vereins wären die auf dem Gelände der Reitanlage entstandenen Bauten und technischen Einrichtungen nicht zu realisieren gewesen. Alte und Junge brachten im Laufe der Jahre ihren Sachverstand und ihr handwerkliches Können ein und leisteten in allen Be­reichen Tausende von unentgeltlichen Arbeitsstunden. Einschlä­gige Firmen stellten immer wieder kostenlos ihre Maschinen und Gerätschaften zur Verfügung und halfen so auch schwierige Vor-haben zu meistern.

In den Jahren des Aufbaues flossen dem Verein von großzügigen Spendern Finanzmittel und Materialien zu.

Zur Ausrichtung hochkiassiger Turniere stiften sie noch heute Pokale sowie Sach- und Geldpreise . In der Liste der Sponsoren finden sich nicht nur große Autofirmen und Industrieunternehmen, sondern auch mittelständische Betriebe und zahlreiche Privat-personen. Aus Babenhausen und seinem Umland kommt die Nasse der großherzigen Gönner, Nicht vergessen sollen an dieser Stelle auch die Hilfestellungen der politischen Gemeinde sein. Die Überlassung von Grundstücken und der Ausbau des Allwetterplatzes mit Dränagen, Beregnungs­anlage, Richterhaus und Flutlicht gehören zu den erwähnenswerten ~üterstützungen. Auch die immer bereitwillig gewährten kleinen Dienste aus dem kommunalen Bauhof und der Marktgärtnerei seien nicht vergessen.

Diese über Jahre hin vom Fuggermarkt gezeigte Pferdefreundlichkeit fand nicht nur bei den Vereinsmitgliedern dankbare Anerkennung, sie wurde auchvonhöchster Stelle – nämlich von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung – entsprechend gewürdigt. Im Jahre 199 zeichnete sie den Markt Babenhausen mit dem Prädikat ,,Pferdefreundliche Gemeinde” aus. Die aus diesem Anlaß gestiftete Bronzetafel fand im Sozialbereich der Reitanlage ihren Platz.

Wenn heute der Reitverein Babenhausen mit seiner mustergültigen Anlage und wegen seiner hervorragend organisierten Veranstaltungen in ganz Bayern und darüber hinaus einen guten Namen hat, so ist dieser Umstand dem harmonischen Zusammenwirken von Vereinsführung, Mitgliedern, Sponsoren und der Gemeinde zu danken. Sie alle verdienen Lob und Anerkennung.

Vereinsinterne und überregionale Angebote
Die Begeisterung für den Reitsport war in Babenhausen von Anfang an groß. Schon im April 1956, als der Verein offiziell noch gar nicht bestand, organisierte man schon das erste Turnier. Sportverein und Marktgemeinde traten als Veranstalter auf. Der Turnierplatz war das TSV-Stadion. Das zweite reitsportliche Ereignis im Jahre 1957 erfolgte schon unter der Regie der inzwischen formierten Reitergemeinschaft. Bei diesem Reiterfest wurde schon bis zu Klasse L gestartet. Die Anfahrt der Pferde verlief nicht ohne Probleme. Mit der Eisenbahn gelangten sie bis nach Kellmünz. Von dort aus mußten sie Vereinangehörige an der Hand zum Startplatz führen. Ihre müden Glieder konnten die Vierbeiner nach getaner Arbeit bei einheimischen Bauern ins Stroh legen.

Im Mai des Jahres 1958 wagte man sich an die Durchführung des dritten Babenhausener Reit-, Spring- und Fahrturniers. Im Programm dieses sportlichen Ereignisses stand auch eine Zugleistungsprüfung. In den Siegerlisten dieser Wettkämpfe fand man eine stattliche Zahl von Vereinsmitgliedern verzeichnet. So beherrschten Baron Dieter von Mahlsen und Franz Winter das Feld der Fahrer. Die Zugleistungsprüfung gewannen Franz Winter und Karl Schuster. Als der erfolgreichste Reiter im Springen und in der Dressur erwies sich Josef Rogg jun. In diesen Disziplinen blieb er viele Jahre erfolgreich.

Im Laufe der Jahre schuf man immer neue Gelegenheiten zur Betätigung von eigenen und fremden Reitern. Die Neuheit der Military mit dem Bayernas Pohmann sowie weitere Freilandturniere zählten zu den Angeboten.

1984 wagten die Verantwortlichen wieder eine umfangreiche Veranstaltung: Das Große Reit- und Fahrturnier mit Dressur, Springen und Hindernisfahren. Zur 75o-Jahr-Feier des Marktes trug der Verein mit einer historischen Schau im Reitgelände bei. Auf der 1991 fertiggestellten Geländestrecke lief nach einer längeren Pause wieder eine Vielseitigkeitsprüfung. Im gleichen Jahr trafen sich auch die Fahrer zu einem Wettstreit.

Die folgende Periode der Vereinsgeschichte bestimmten weitgehend die großen internationalen Turniere.

Mit dem fortschreitenden Ausbau von Plätzen und Gebäuden ging auch die Mehrung des sportlichen Angebotes einher. Die vereinsinternen und überregionalen Aktionen umfaßten allmählich alle Sparten des Reitsports: Voltigieren, Dressur, Springen, Viel­seitigkeit, Vierkampf, Distanzreiten, Freizeitreiten und Fahren. Die Palette konnte so breit angelegt sein, weil immer genügend Pferde zur Verfügung standen. Sie kamen aus privater Hand, vom Verein und von den jeweiligen Anlagenpächtern. Neben den Gemeinflächen wie Halle, Dressurviereck und Parcourswiese ist vor allem der Sandplatz sehr begehrt. Er läßt sich bei jeder Witterung und mit Hilfe des Flutlichtes auch bei Dunkelheit bereiten. Ebenso gefragt ist die Geländestrecke, da in Schwaben nur wenige solcher Freilandanlagen vorhanden sind.

Neben den Turnieren der Meisterklasse fehlte es also nicht an Betätigungsmöglichkeiten für durchschnittliche Reiter. Wer von ihnen seine Fähigkeiten im Sattel verbessern wollte, konnte lau­fend an Voltigier-, Dressur- und Springstunden teilnehmen. Orga­nisierte Ausritte für die Jugend und wiederholte Abnahmen der Reiterprüfungen standen ebenfalls im Angebot. Bei den älteren Semestern kam das Musikreiten gut an.

Das erste Hallenturnier 1983 war der Einstieg in eine Reihe von Vorhaben unter Dach, so das Brotzeitspringen, der Hochsprungwettbewerb, der Winter-Cup und die Marktmeisterschaft. Unent­wegte konnten sogar an einem Ski-Schnellauf hinter Pferden ihre Kräfte messen. Für Interessenten am Fahren hielt Andreas Maurus wiederholt Kurse ab. Einer breiten Öffentlichkeit stell­ten sich die Vereinsreiter in Nikolausumzügen und in Leonhardi­ritten vor.

Auch das gesellige Leben wurde nicht vernachlässigt. Faschings­veranstaltungen mit kabarettistischen Einlagen, Disko- und Tanzabende für die reifere Jugend, dem Jahreslauf angepaßte An­gebote für die Kinder und Grillabende für die ganze Reiterfa­milie förderten den menschlichen Zusammenhalt.

Veranstaltungen mit besonderer Qualität

Mit reitsportlichen Veranstaltungen bescheidener Art gab man sich in Babenhausen noch nie zufrieden. Von Anfang an galt die Devise:

- Es muß immer etwas Besonderes sein!

1959 richtete der Reitverein die erste ,,Stubbendorfprüfung -die heutige Military – in Bayern aus. 1973 fanden die “lnternationalen Bayerischen Fahrmeisterschaften” statt, bei denen die Schweizer Fischer und Iseh (spätere Weltmeister) und der Deutsche Bauer, Traunstein, dominierten. 1976 konnte die Ba­benhauser Reitergemeinschaft ihren 2o. Geburtstag feiern. Im Rahmen dieses großen Jubiläumsturniers wurde auch die Standarte eingeweiht.

In den folgenden Jahren betrauten die schwäbischen und bayeri­schen Reiterverbände dem Babenhausener Reitverein mit der Aus­richtung ihrer Meisterschaften. Sie fanden mehrmals für die Sparten Springen, Dressur, Vielseitigkeit und Vierkampf statt und galten für Junioren, Junge Reiter und Senioren. Im Jahre 1993 trafen sich die Teilnehmer der Deutschen Meisterschaft im Fünf­kampf im Fuggermarkt, um hier den reiterlichen Teil ihres Wettkampfes zu absolvieren.

Die internationale Periode der Babenhausener Turniere begann mit dem Jahr 1988. In der Aera des Vorstandsgespanns Dr. Günther Kunze und Erwin Bock steigerte sich die Qualität der internationalen Veranstaltungen von Turnier zu Turnier. Die wohl hochkaräigste Besetzung der Starterlisten wiesen die Reitertage des Jahres 1993 auf. Weltklassereiter aus 23 Nationen gaben sich in Babenhausen ein Stelldichein und be­lohnten so die immensen Anstrengungen der Veranstalter. Nicht nur die mustergültig abgewickelten Ausschreibungen, sondern auch die jeweiligen Rahmenprogramme fanden anerkennende Zustimmung. Ob es die Vorstellung der Schweigangerer Hengstparade, die Präsentation der Schau “Rund um das Pferd” oder Andreas Maurus mit seinem Zehnerzug waren, sie alle lösten bei den Zuschauern große Begeisterung aus. Höhepunkte besonderer Art durfte man bei den Nachtveranstaltungen unter Flutlicht erleben. Das Nervenkitzeln des Mächtigkeitsspringens und die Eleganz der klassischen Dressurvorführungen zogen auch Laien in ihren Bann.

Das wohl bedeutendste pferdesportliche Ereignis in der 40-jährigen Vereinsgeschichte dürfte aber die Spring-Europameisterschaft der Jungen Reiter gewesen sein. Was in der Regel in den Hauptstädten der Gastgeberländer ausgetragen wird, fand nicht in Hamburg oder München statt, sondern in einem bescheidenen schwäbischen Markt. Niemand wollte es glauben. Auch die internationalen Funktionäre waren anfänglich wohl etwas skeptisch. Eine perfekte Organisation, der reibungslose Ablauf der Wettkampftage und das ständige Bemü­hen um eine menschliche Atmosphäre ließen alle Zweifler verstummen. Babenhausen hatte sich wiedereinmal selbst übertroffen.

In den Rahmen der internationalen Begegnungen gehören auch noch zwei speziell für die Jugend ausgeschriebene Reiterwettbewerbe. Der von 1989 bis 1995 alljährlich ausgetragene ,,Wap-Junioren-Cup”, den die Firma ,,Wap-Reinigungssysteme Bellenberg” jeweils gesponsert hat, trug ebenso zur Völkerverständigung bei wie das ,,Ansbacher Weekend”, welches in Babenhausen eine neue Bleibe fand.

Bei den Großveranstaltungen nahm man den anwesenden Eltern ernste Sorge ab: Die Betreuung ihrer Kinder. In einem auf dem Reitgelände aufgeschlagenen Spielzelt umsorgte sie Reinhard Freuendorfer wie die beste Kindergärtnerin.

In der Reihe der Besonderheiten seien auch die durchgeführten Jagden nicht vergessen. Ob als Fuchsjagden oder Schleppjagden mit der Warendorfer Meute, immer zogen sie Reiter wie Zuschauer in den Bann.

Ausbildungsstätte für Schwaben und Bayern
Die Qualität der Sportstätten, der Bestand an guten Pferden, das Organisationevermögen der Vorstände und die familiäre Atmosphäre bei den Veranstaltungen blieben auch den Funktionären der schwäbischen und bayerischen Reiterverbände nicht verborgen.

Sie verlegten Teile ihres Ausbildungsprogramms nach Babenhausen, boten Schulungskurse im Springen und in der Dressur an und betrieben eine intensive Kaderausbildung. Heinrich Liegl und auch Roland Fischer waren dabei die sachkundigen Trainer.

Auch die üblicherweise vernachlässigten Vierkämpfer fanden in Babenhausen ein Domizil. Der Reitlehrer der Anlage, Werner Eschenlor, versah in dieser Sportart zeitweilig sogar das Amt des Verbandcoachs.

Elite der Reiter und Funktionäre im Fuggermarkt zu Gast

Der gute Ruf Babenhausens als Reiterhochburg und private Bezie­hungen zu einigen Klassereitern ermöglichten es, die Elite der Rotröcke in den Fuggermarkt zu bringen. Besonders viele illustre Gäste fanden sich 1993 zum Internationalen Reitturnier ein. Unter den Teilnehmern aus fast 2o Nationen weilten 14 Olympia­teilnehmer und auch einige Welt- und Europameister.

Im Springen traten an:
Pessoa Nelson (Weltmeister), Pessoa Rodrigo (Gewinner vieler Großer Preise), Beerbaum Lutger (Olympiasieger), Beerbaum Markus (erfolgreicher Nachwuchs-Spitzenreiter )? Schneider Ralf (begann mit E-Springen in Babenhausen, heute Ersatzreiter für Atlanta), Macken Eddie (Vizeweltmeister), Mellinger Willi (Europameister), Leddingham John ( irischer Weltklassereiter); Mullins Gerry (Vizeweltmeister), ) Erikson Peter (schwedischer Elitereiter),

Fischer Roland (Weltmeisterschaftsteilnehmer, Nationenpreisreiter, Sb-Spezialist), Frühmann Thomas (Weltcupsieger), Bajar Marlin (Dritter der Europameisterschaft in Babenhausen,heute Olympiareiter in Atlanta).

Eine böse Abfuhr erhielt der heute amtierende Europameister Petr Charles. Als er sich etwas verspätet für einen Start in Babenhausen anmeldete, wies man ihn ab. ,,Den können wir nicht mehr brauchen”, war die lapidare Feststellung der Meldestelle. Der gute Mann war damals eben noch nicht so bekannt.

Auch die Klasse der Dressurreiter war in der Zeit der großen Tur­niere gut besetzt. Es dominierten die Frauen:

Meerveldt Anna ( Olympiateilnehmerin), Schröder Felicitas (Welt­cup-Teilnehmerin).

Aus der Reihe der Funktionäre konnten begrüßt werden:

Bacon Kevin (Pferdesportfunktionär, früherer australischer Welt­klassereiter), Robbiani Gorgio (Trainerlegende, Freund der Jugend und der Babenhausener), Ligges Fritz (Bundestrainer der Jugend und früher erfolgreicher Reiter der deutschen Equipe), Petersen Olaf (exzellenter Parcoursbauer bei Weltmeisterschaften und Olympiaden.

Aber auch schon in den Anfangsjahren des Vereinsbestehens trafen sich namhafte Persönlichkeiten der damaligen Epoche in Babenhausen:

Die Schweizer Gespannfahrer Fischer und Iseh (spätere Weltmeister) der bekannte Military-Reiter Pohmann, Vater Ahlmann (dessen Sohn Mannschaftseuropameister wurde) und Bauer, Traunstein (der mehr­malige Viererzug-Meister).

Vereinseigene Reiter auf hohem Leistungsniveau

Die günstigen Voraussetzungen, die der Reitverein mit seiner weit­räumigen Anlage und einem intensiven Reitbetrieb geschaffen hat, trugen wesentlich dazu bei, daß seine Aktiven als Einzelkämpfer und als Mannschaftsteile bei kreiseigenen, schwäbischen und baye­rischen Wettbewerben fast immer zu den Siegern und Plazierten gehörten. Aber auch in den Anfängen und unter bescheidenen äu­ßeren Verhältnissen zählten Babenhausens Reiter zu den Besten.

Im Springen:

Heuschmid Xaver und Rogg Josef jun. und in der ( über Jahre hin erfolgreich)

Dressur Wagner Hilde (Schwäbische und bayerische Meisterin), Schmidt Margot (Schwäbische Mannschaftsmeisterin und Plazierungen in der bayerischen Meisterschaft – Pony, Heuschmid Karl

(mehr als 3o Jahre aktiver Reiter im Springen und in der Dressur – Siege und Plazierungen auf schwä­bischer und bayerischer Ebene – Stütze des Vereins in Mannschaftswettkämpfen)

In der Vielseitigkeit: Bock Erwin und Escher Heinz , (als Vielseitigkeitsreiter couragiert und in vielen Kämpfen erfolgreich bewährt)

Im Fahren:Baron Dieter von Mahlsen und Lang Erich (die ersten Vertreter des Vereins im Einspänner-und Gespannfahren)

Aus jüngster Zeit:

Im Springen:

Sommer Sylvia (erfolgreich mit vorderen Plätzen auf schwäbischen und bayerischen Turnieren), Salger Holger (gute Plazierungen auf schwäbischer und bayerischer Ebene) , Anzinger Saskia (schwäbische Meisterin – gute Plazierungen auf schwäbischer und bayerischer Ebene), Bock Rainer (Stilist unter den Nachwuchsreitern -schwäbischer Meister), Offel Kathi

(Beherzte Pony-Reiterin – auch im Sattel von Groß­pferden erfolgreich – schwäbische und bayerische Meisterin, Bock Diana (Vielfach plazierte Jugendreiterin – bayerische Vize­meisterin – Mitglied der bayerischen Jugendmannschaft unter anderem mit Dirk Hauser, Michael Krämer und Ralf Schneider – Teilnehmerin an deutschen Meister­schaften – 5. Platz in der Eliteauslese ,,Preis der Besten” in Warendorf), Horber Markus

(derzeit bester Vereinsreiter – mit kontinuierlicher Entwicklung vom Junior zum Jungen Reiter – schwäbi­scher und bayerischer Meister – Teilnehmer an deut­schen Meisterschaften – Kaderreiter)

In der Dressur:

Offel Kathi (als Pony-Reiterin auch in der Dressur erfolgreich – mehrfache schwäbische Meisterin), Pewestorf Falk (Vielzahl von Plazierungen auf schwäbischer, bayeri­scher und internationaler Ebene)

Kunze Claudia (aufstrebende junge Dressurreiterin mit viel Gefühl für Pferde und einer sicheren Hand – bayerische Meisterin), Beer Michaela (Neuzugang im Verein – Dressurreiterin der Extraklasse – Inhaberein des Goldenen Reiterabzeichens), Heuschmid Thomas (mit seinen Pferden Piroschka und Leo Sieger und Plazierter auf schwäbischen und bayerischen Turnieren – schwäbischer Meister)

In der Kombination:

Offel Kathi, Anzinger Sven und Heuschmid Thomas in diesem spezifisch schwäbischen Wettbewerb mehrfach erfolgreich -

In der Vielseitigkeit:

Bieneck Jürgen (Senioren), Lessmann Werner (Junge Reiter) und Offel Kathi (Junioren) (errangen drei schwäbische Meistertitel für den Verein und vertraten auch sonst unsere Farben er­folgreich)

Vierkampf:

Wildner Carola (erfolgreichste Vierkämpferin des Vereins – bayerische Meisterin), Wächter Heinz (Schwäbischer Meister – Teilnehmer an bayerischen und deutschen Meisterschaften), Bögel Rainer (versuchte sich neben Springen und Dressur auch im Vierkampf und wurde schwäbischer Meister)

Aber nicht nur als Einzelreiter, sondern auch im Gefüge einer Mannschaft bewährten sich unsere Aktiven.

So gewannen sie im Vierkampf den schwäbischen Meistertitel, er­zielten bei den Kreismeisterschaften der letzten Jahre 4 Siege und 5 zweite Plätze und konnten zwischen 1989 und 1998 dreimal hintereinander die Schwäbische Standarte heimführen.

Neben dem Können der Reiter trug auch das Leistungsvermögen der Pferde zu den Erfolgen der Vereinsmitglieder bei. Aus der Viel­zahl der guten und erfolgreichen Vierbeiner seien nur einige wenige genannt:

Sturm – ein Rottweiler, der an den Werktagen im Gespann ging und am Wochenende als Springpferd Beachtliches leistete -

Max – ein treues Schulpferd, das Generationen in seinem Sattel trug und heute sein Gnadenbrot erhält -

Tosca – ein erfolgreiches Springpferd, das Hilde Wagner mehr­mals zur schwäbischen und bayerischen Meisterschaft verhalf -

Czardas – durch Zufall dem Roßmetzger entgangen, dann ein zickiges und von allen gemiedenes Schulpferd – in der Blüte seiner Jahre ein talentiertes, überaus leistungsbereites Springpferd – ein Kämpfer bis zum letzten Atemzug -

La Donna – als Familienpferd erstanden, im Gespann verträglich und gutwillig, in der Zucht von guter Qualität, als Springpferd oft über sich hinausgewachsend

Jugendbetreuung als Basis der Vereinsarbeit

Es ist eine Binsenwahrheit,daß Gemeinschaften, die ihre Jugend­arbeit vernachlässigen, zum Sterben verurteilt sind. Dieser Tatsache waren sich die Verantwortlichen des Reitvereins immer bewußt. Schon vom Anfang des Bestehens setzte man alles daran, junge Menschen in die Reiterschar zu integrieren. Mit Pferden des Vereins, der jeweiligen Anlagenpächter und durch die Zu­verfügungstellung von Tieren aus privatem Besitz ermöglichte man den Jugendlichen die Begegnung mit dem Reitsport. Reit­lehrer und Reitwarte führten sie in den Umgang mit Pferden ein und vermittelten ihnen die Grundkenntnisse des Reitens. Ein eigener Jugendwart kümmerte sich sich jeweils um den Zusammen­halt der Junioren. In diesem Amt wirkten in den letzten Jahren Resi Angerer und Anne Sommer mit besonderem Eifer.

Neben der reiterlichen Ausbildung bemühte man sich , in Gemein­schaftsaktionen das Sozialverhalten der Jugendlichen zu stärken. Für eigene Aktivitäten wie Ausflüge , Feiern des Jahreslaufs und Diskoabende ließ man ihnen Freiräume. ,,Transall”, eine ins Ver­einsleben eingebundene Band, unterstützte sie bei geselligen Vorhaben.
Um die Selbstverantwortlichkeit zu stärken, überließ die Vor­standschaft in letzter Zeit den jungen Reitern sogar die Orga­nisation und Durchführung einzelner Turniere.
Auch zu kultureller Betätigung spornten die Verantwortlichen die Jugendlichen an. Ob bei der Gestaltung von Faschingsfesten, im Laienspiel, in der Pantomime oder im Chorgesang, überall be­wiesen sie ihre Talente.

Ein großer Gewinn erwuchs den jungen Mitgliedern aus den Be­gegnungen mit den Junioren anderer Länder. Im Kräftemessen der Turniere und in den mitmenschlichen Kontakten wurden Sprach­barrieren überwunden und bescheidene Beiträge zur Völkerver­ständigung geleistet.

Auch in Zukunft wird im Reitverein Babenhausen bei der Betreu­ung der Jugendlichen nicht nur auf die Reitausbildung gesetzt, sondern auch auf die Stärkung des sozialen Verhaltens und des musischen Engagements.

Gäste auf der Anlage im Fuggermarkt
Die großzügige Anlage des Reiterstadions mit ihren vielen technischen Einrichtungen bietet schon seit geraumer Zeit auch dem Schwäbischen Zuchtverband eine Heimstatt für seine Veranstaltungen. So fanden in der Vergangenheit regelmäßig Jubiläumsschauen, Pferde- und Fohlenmärkte sowie Verkaufsauktionen statt. Auch zur Schulung der Züchter in Vorträgen und Diskussionen wird die Reitanlage in Anspruch genommen. Den Züchternachwuchs unterweisen von Fall zu Fall Experten in der Pferdebetreuung und im Reiten. In praktischen Übungen und in internen Wettbewerben müssen die jungen Leute dann die gewonnenen Kenntnisse unter Beweis stellen.
Für renomierte Deckstationen bot sich im Fuggermarkt schon wiederholt Gelegenheit, ihre Paradehengste einem interes­sierten Publikum vorzustellen und auf diese Weise für ihre Einrichtungen zu werben.

Gastrecht genießen auch die Araberzüchter im Babenhausener Reiterstadion. Ihre süddeutschen und internationalen Cham­pionate, die von Pferdehaltern aus ganz Europa besucht werden, locken stets viele Zuschauer an.
Alljährlich finden sich auch die Züchter von Rassehunden im Günztal ein. Vor den kritischen Augen fachkundiger Prüfer stellen sie ihre Ungarischen Hirtenhunde und Sennen­hunde vor. Diese Veranstaltungen erfreuen sich eines großen Publikumsinteresse.
Bis vor wenigen Wochen benutzte auch der Züchterverband der Schwarz-Bunt-Rinder die Reithalle als Versteigerungsort für seine Verkaufsaktionen. Dieses Bündnis zwischen Pferde- und Rinderhaltern bestand von 1978 bis 1996. Inzwischen ist diese Vereinbarung aus organisatorischen Gründen gelöst worden.

Häufig wurde in der Vergangenheit die Reitanlage auch zu einer musikalischen Arena umfunktioniert. Wo für gewöhnlich Pferde traben, sah man dann begeisterte Fans das Tanzbein schwingen und den Klängen feueriger Bands lauschen.

So ist das Reiterstadion an der Klosterbeurer Straße bis in unsere Tage ein Ort ständiger Begegnung, nicht nur für die Reiterfreunde, sondern auch für andere Bevölkerungsschichten.

Die Reitanlage

- ein Wirtschaftefaktor
Die Außenstehenden und Uneingeweihten kennen die Babenhausener Reitanlage vordergründig als eine Sportarena.Daß sie im Rahmen des Marktes auch einen beachtlichen Wirtschaftefaktor darstellt, wissen nur die wenigsten.

Fast alle Materialien, die im Laufe der Jahre zum Aufbau des Reiterstadions gebraucht wurden, lieferte das heimische Gewerbe. Unabdingbar notwendige Facharbeiten führte das örtliche Hand­werk aus. Zukünftige Unterhaltsmaßnahmen, sofern zu ihrer Aus­führung Spezialisten unentbehrlich sein sollten, werden eben­falls heimischen Fachkräften anvertraut.
Zu einer sportlichen Einrichtung, die mehrmals im Laufe eines Jahres Hunderte von Menschen und Tieren anzieht, benötigt man Unterkünfte für Reiter und Pferde. Die Ausstattung der Stall­zelte mit Streugut und Futtermitteln kommt aus dem bäuerlichen Lager. Bei mehrtägigen Turnieren profitieren die umliegenden Beherbergungsbetriebe vom Besuch in- und ausländischer Gäste.
Ein Renommierstück des Vereins ist seit eh und je seine Gastro­nomie. Ausstattungsmäßig kann sie sich mit jedem gehobenen Speiselokal messen. Das Kochen, Braten, Grillen und Warmhalten der Gerichte erfolgt mit modernen Geräten. Die zur Speisenbereitung notwendigen Lebensmittel liefern Babenhausener Metz­ger und Kaufmärkte, die ausgeschenkten Getränke der örtliche Fachhandel. Für die Kaffeezeiten spenden großzügige Hausfrauen vorzügliche Kuchen und Torten.

Der Qualitätsgarant im gastronomischen Angebot ist seit Jahren die vereinseigene Küchenmannschaft. Frieda Horber und ihr Team zaubern von früh bis spät abwechslungsreiche Menüs für die hungrigen Mägen. Salate und Süßspeisen bietet eine Kühltheke auf. Eine Teilselbstbedienung sorgt in der Cafeteria für eine rasche Verköstigung. Was vor 4o Jahren mit warmen Würstchen und bayerischem Leberkäs begann, präsentiert sich heute in einer abwechslungsreichen Speisenfolge.

Wer nach Babenhausen kommt, weiß, daß auch für sein leibliches Wohl bestens gesorgt ist. Auch für die Gaumen ausländischer hält man immer ausgesuchte Spezialitäten bereit.

Schlußgedanken
In den vier Jahrzehnten seines Bestehens dienten dem Reitverein Babenhausen eine große Anzahl von Persönlichkeiten. Unter ihnen sind vorrangig die Vereinsgründer, die Vorstände bis zum heuti­gen Tag und die Ehrenmitglieder zu nennen. Fachkundige Reit­lehrer und die verschiedenen Betreiber der Reitanlage leisteten ebenso ihren Beitrag. In all den Jahren halfen unabhängige Rich­ter die sportlichen Veranstaltungen fair und korrekt abzuwickeln. Die Funktionäre der Reiterverbände auf allen Ebenen schenkten unserem Verein stets ihr Vertrauen und übertrugen ihm die Durchführung nationaler und internationaler Wettkämpfe. Nicht vergessen seien die großzügigen Sponsoren sowie die Bürgermei­ster und Markträte, die mit ihrem Wohlwollen den Verein unter­stützten und seine Vorhaben ermöglichten. Ihnen allen sei an die­ser Stelle aufrichtig und herzlich gedankt.

Eine besondere Anerkennung für Idealismus und Treue gebührt un­seren Mitgliedern. Sie waren in allen Epochen der Vereinsge­schichte die sichere Basis, von der aus sich die Babenhausener Reitergemeinschaft in Bayern und darüber hinaus Achtung und An­sehen erwarb

Nach einer Phase des großen Sports in Internationalen Veranstal­tungen wollen wir uns für die nächste Zeit eine wohlverdiente Verschnaufpause gönnen. Sie soll dazu dienen, notwendige Sanie­rungen auf der Reitanlage zu tätigen, die Jugendarbeit neu zu motivieren und die reiterliche Gemeinschaft für die Zukunft zu festigen. Diese Zielsetzungen aber kann die Vorstandschaft allein nicht erfüllen. Sie benötigt dazu – wie bisher – die Solidarität aller Mitglieder, damit der Reitverein Babenhausen auch weiter­hin seinen guten Namen behält und für neue Aufgaben gerüstet bleibt.

Glück auf – ins nächste Jahrzehnt !

Kommentare

  • February 7th, 2011 | 11:36

    Sehr geehrte Reiterinnen und Reiter, ich wollte mich hiermit einmal vorstellen: Mein Name ist Rainer Stahl, ich reite die Ungarische Post mit meinen beiden Oldenburgern. Ich hielt mehrere Jahre den deutschen Rekord im Hochsprung mit 1,31m, habe diesen aber vor 2 Jahren auf 1,40m verbessert. Ich reite auf großen und kleinen Veranstaltungen und zeige neben der Ungarischen Post auch eine Freiheitsdressur in der ich eines meiner Pferde hinlege und meine Tochter Julia mit ihrem Pferd darüber springt und vieles mehr. Ich würde ihnen gern per Email noch ein paar Bilder schicken und werde auch gern Fragen beantworten oder zurückrufen. Wenn sie Interesse haben, dann melden sie sich gern bei mir, oder schauen sie doch einmal auf meiner Internetseite vorbei: http://www.ungarischepost.de
    Mit freudlichen Grüßen
    Rainer Stahl

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